Besichtigung: Worauf muss ich bei der Suche achten?

Grundstücke

1. Form und Neigung

Ideal für die Wohnbebauung sind rechteckige oder quadratische Flächen zwischen 500 und 2000 Quadratmeter. Während die Größe des Grundstückes meist nur Einfluss auf den verbleibenden Garten hat, entscheidet die Form auch über die Möglichkeit der Bebauung. Denn die meisten Bauordnungen der Länder geben bestimmte Mindestabstände des Hauses zu den Grundstücksgrenzen vor.

Je größer die Neigung, desto mühsamer ist der Hausbau. Ab einer Neigung von 20 Prozent wird die Bebauung besonders schwierig und damit teuer. Grundstücke auf schattigen Nordhängen sind in der Regel günstiger zu haben, als Baugrund in Südhanglage.

Ständiger Schatten drückt nicht nur aufs Gemüt, sondern auch auf die Geldbörse. Denn die Intensität der Sonneneinstrahlung und die Windrichtung haben Auswirkungen auf die künftigen Heizkosten. Auch hohe Bäume in Nachbars Garten können den Sonnenstrahlen den Weg versperren.

2. Bodenbeschaffenheit

Die Bodenbeschaffenheit und der geologische Untergrund beeinflussen den Hausbau. Je lockerer der Untergrund, desto aufwändiger ist die Gestaltung des Fundaments. Stark lehmhaltige Böden und hoher Grundwasserspiegel machen besondere Maßnahmen bei der Abdichtung des Kellers notwendig.

Erkundigen Sie sich auch über eventuelle Altlasten. Gab es auf dem Grundstück früher eine Mülldeponie oder einen Gewerbebetrieb, in dem gefährliche Abfälle angefallen sind, besteht für Sie als Eigentümer die Gefahr, dass Sie für die Kosten der Beseitigung herangezogen werden.

3. Infrastruktur

Selbst wenn ein Grundstück noch so perfekt ist, sollten Sie auch die nähere Umgebung genau unter die Lupe nehmen. Denn selbst für jemanden, der Ruhe und Abgeschiedenheit sucht, ist es wichtig, ob das Zuhause mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder nur mit dem Auto erreichbar ist.

Liegt das Grundstück an (geplanten) verkehrsreichen Straßen, Bahnlinien oder in der Einflugschneise eines Flughafens, könnte es zu Lärmbeeinträchtigungen kommen. Sind landwirtschaftliche Großbetriebe, Gewerbe- oder Industriegebiete in der Nähe, könnte es später ebenfalls unerfreuliche Störungen geben.

Manche Menschen spüren die Auswirkungen von Erdstrahlung oder Wasseradern. Neben natürlichen Einflüssen können auch im Boden verlegte Wasserleitungen oder frei stehende Starkstromleitungen Beeinträchtigungen hervorrufen.

4. Grenzen des Grundstücks

Die Grenzen des Grundstückes sind im Grenzkataster festgehalten. Die Katastermappe liegt beim Vermessungsamt der Bezirkshauptmannschaft und dem zuständigen Bezirksgericht auf. Auch im A-Blatt des Grundbuches sind die Flächenausmaße ersichtlich.

Wenn Grenzen und Flächenangabe nicht durch eine Grenzkatastereinverleibung abgesichert sind, sollten Sie vor dem Kauf unbedingt einen Ingenieurkonsulenten für Vermessungswesen zu Rate ziehen. Sonst könnte sich durch eine spätere Vermessung eine nachteilige Grenzsituation oder ein geringeres Flächenausmaß ergeben.

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